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30 Tage Sonnengruß nach meiner Operation — was ich gelernt habe | SEWA Wellness
30 Tage Sonnengruß nach meiner Operation — was es mich wirklich gelehrt hat
Von Lukas Wiesflecker | SEWA Wellness Kufstein
Jänner 2026. Universitätsklinik Innsbruck. Ein Kavernom — eine Gefäßfehlbildung im Gehirn — wurde operiert.
Ich war daheim in Kufstein, Vorbereitung für meine Selbstständigkeit, SEWA war im Aufbau. Dann kam die Diagnose, dann die Operation, dann die stille Frage danach: Wie bringt man einen Körper zurück, der sich nicht mehr wie der eigene anfühlt?
Ich habe keine Wundermethode gefunden. Ich habe angefangen, jeden Morgen aufzustehen und denselben 10-Minuten-Ablauf zu machen: den klassischen Sonnengruß. 30 Tage lang. Öffentlich auf Instagram — @sewawellness — weil Öffentlichkeit für mich der einzige funktionierende Mechanismus gegen innere Ausreden ist.
Was dabei passiert ist, möchte ich hier aufschreiben. Nicht als Erfolgsstory. Sondern als ehrlicher Bericht darüber, was tägliche Bewegung wirklich tut — und was sie nicht tut.
Was der Körper nach einer OP wirklich braucht
Als Ex-Krankenpfleger weiß ich, wie Krankheit sich anfühlt — von innen. Nicht aus dem Lehrbuch. Aus der Praxis, aus Schichten, aus Momenten auf der Intensivstation, wo man versteht: Ein Körper, der kämpft, braucht kein Spektakel. Er braucht Kontinuität.
Nach meiner Operation war ich weder schwer krank noch vollständig fit. Ich war irgendwo dazwischen — erschöpfter als ich zugeben wollte, steifer als ich erwartet hatte, und langsamer als mein Kopf es akzeptieren wollte.
Genau da ist der Sonnengruß keine Yogaübung. Er ist eine tägliche Frage an den Körper: Wie geht es dir heute wirklich?
Was 30 Tage Sonnengruß körperlich verändert haben — konkret
Ich sage bewusst "verändert", nicht "geheilt". Das ist ein wichtiger Unterschied.
Der M. iliopsoas — mein größtes Thema
Der Hüftbeuger ist der Muskel, den die meisten nicht kennen, obwohl er täglich Probleme macht. Er verbindet die Lendenwirbelsäule mit dem Oberschenkelknochen — und verkürzt bei jedem, der viel sitzt, liegt oder sich wenig bewegt. Nach Wochen mit weniger Aktivität war meiner deutlich kürzer als sonst.
Der tiefe Ausfallschritt im Sonnengruß — Position 4 — dehnt den Iliopsoas des hinteren Beins direkt und systematisch, bei jedem Durchgang. Nach etwa zehn Tagen habe ich gespürt, wie die Hüfte tiefer sinkt. Nicht dramatisch. Aber messbar. Die anteriore Beckenkippung, die durch verkürzten Iliopsoas entsteht und den unteren Rücken unter Zug setzt, hat sich schrittweise aufgelöst.

Die hintere Kette — Hamstrings, Erector spinae, Gastrocnemius
Die stehende Vorbeuge ist mein persönlicher Marker — ich habe sie zu Beginn täglich seitlich gefilmt, weil ich wissen wollte, ob sich wirklich etwas tut oder ob ich mir das nur einbilde. In den ersten Tagen kam ich etwa bis zur Mitte der Schienbeine. An Tag 30 lagen die Handflächen flach auf dem Boden.
Was dahintersteckt: Die ischiokrurale Muskulatur — Hamstrings — und der Gastrocnemius standen unter neuronaler Grundspannung, nicht nur muskulärer Verkürzung. Das ist ein wichtiger Unterschied. Dehnen allein löst neurale Spannung kaum — aber wiederholte, rhythmische Bewegung in Kombination mit bewusstem Atem schon. Der Sonnengruß macht genau das: Er dehnt, kräftigt und atmet gleichzeitig.
Oberer Rücken und Schultern
Die Kobra und der herabschauende Hund arbeiten als Gegenpaar — Extension und Flexion der Wirbelsäule, abwechselnd, im Atemrhythmus. Der Erector spinae und der untere Trapezius werden in der Kobra aktiv gekräftigt — genau die Muskeln, die durch langes Sitzen und Schonhaltung nach einer OP als erstes erschlaffen. Der herabschauende Hund dekomprimiert die Wirbelsäule und dehnt den Latissimus.
Nach 30 Tagen: Schultern beweglicher, weniger Ziehen im oberen Rücken morgens, die Morgensteifigkeit, die ich die ersten Wochen nach der OP täglich gespürt hatte, war deutlich weniger.
Wenn du auf Instagram @sewawellness schaust, siehst du den Vorher/Nachher-Vergleich — Tag 1 gegen Tag 30. Nicht perfekt. Aber real.

Was ich dabei über Disziplin gelernt habe — und was Disziplin wirklich ist
Ich war früher der Meinung, Disziplin sei Willenskraft. Du willst etwas, also tust du es. Und wenn du es nicht tust, fehlte die Willenskraft.
30 Tage Sonnengruß haben mir gezeigt, dass das falsch ist.
Disziplin ist nicht der dramatische Akt, sich zu überwinden. Disziplin ist die banale Entscheidung, die Matte hinzulegen, auch wenn der Morgen grau ist und der Körper nach mehr Schlaf verlangt. Es gibt keinen Moment, wo es sich großartig anfühlt. Es gibt nur den Moment, wo man es trotzdem tut.
Die meisten Menschen kommen einmal zur Massage und erwarten, dass sich etwas fundamental verändert. Ich sage das ohne Wertung — weil ich diesen Wunsch verstehe. Wenn man schmerzt, will man, dass es aufhört. Sofort. Eine gute Session kann vieles lösen, kurzfristig lindern, dem Nervensystem einen tiefen Reset geben.
Aber ein Muster, das sich über Monate oder Jahre aufgebaut hat, löst sich nicht in 90 Minuten.
Was Veränderung tatsächlich braucht, ist das, was die wenigsten aufbringen: Wiederholung. Regelmäßigkeit. Das Banal-Kleine, das täglich passiert, ohne dass man es sieht. Das ist der Compound Effect — die kleinen Dinge täglich, die nach 30 Tagen einen Unterschied machen, der sich sehen lässt.
→ Wie oft Massage sinnvoll ist, als Teil eines größeren Bildes: sewawellness.com/blog/wie-oft-massage
Was Yoga mir als Therapeuten beigebracht hat
Im Yoga ist Asana — die körperliche Übung — nur ein Teil. In der klassischen Philosophie ist sie der dritte von acht Schritten. Was davor kommt: Yama und Niyama — ethische Grundsätze, Selbstdisziplin, Sauberkeit, Zufriedenheit, Selbststudium.
Das klingt abstrakt. Was es für mich konkret bedeutet: Die Übung auf der Matte ist nie das Ziel. Sie ist das Werkzeug. Das eigentliche Ziel ist die Frage: Nimmst du dir Zeit für dich? Nicht für das Erscheinungsbild nach außen. Nicht für den Insta-Post. Sondern für das, was innen passiert — wenn du zehn Minuten lang nichts anderes tust als atmen und dich bewegen.
Das ist der Unterschied zwischen Training und Praxis. Training hat ein Ziel außerhalb. Praxis ist das Ziel selbst.
Was das mit SEWA zu tun hat — und was mein Ansatz ist
Ich bin kein Physio. Kein Heiler. Kein Arzt.
Ich bin jemand, der weiß, wie es sich anfühlt, in einem Körper zu stecken, der nicht mehr funktioniert wie gewohnt — durch meine eigene Erfahrung nach der OP, durch Jahre als Krankenpfleger, durch über 2.000 Stunden Arbeit mit Körpern, die Schmerz, Erschöpfung und Verspannung tragen.
Ich kann dir sagen, was mir gut getan hat. Ich kann dir zeigen, was ich in Thai Massage, Tok Sen und täglicher Bewegung gefunden habe, das einen Unterschied macht. Aber entscheiden, was du damit machst, musst du selbst.
Was ich dir nicht anbiete, ist Akkordarbeit. Kein 45-Minuten-Slot, schnell abarbeiten, nächster bitte. Wenn ich zu dir komme, nehme ich mir Zeit. Für ein kurzes Gespräch davor, für die Session selbst, für einen Moment danach. Weil ich weiß, dass manchmal mehr gebraucht wird als eine Massage — und weil ich ehrlich genug bin, das zu sagen, wenn es der Fall ist.
Mein Ziel ist nicht, das Symptom zu behandeln, wo es auftaucht. Mein Ziel ist zu verstehen, was dahintersteckt — und gemeinsam mit dir einen Weg zu finden, der wirklich funktioniert. Nicht einmalig. Langfristig.
→ Was bei einer Session bei SEWA konkret passiert: sewawellness.com/blog/erste-thai-massage-ablauf
→ Warum ich zurück nach Kufstein gekommen bin: sewawellness.com/blog/warum-ich-zurueck-nach-kufstein-gekommen-bin
Wenn du selbst anfangen willst
30 Tage Sonnengruß braucht kein Equipment, kein Studio, kein Abo. Nur eine Matte und zehn Minuten am Morgen.
Die vollständige Challenge — mit täglichem Video-Update und Anatomie-Erklärungen — läuft auf Instagram: @sewawellness
Wenn du sehen willst, was sich in 30 Tagen real verändert hat: Schau dir Tag 1 und Tag 30 an. Der Unterschied ist nicht perfekt. Er ist ehrlich.
Termin anfragen
Ich komme zu dir — in Kufstein, Wörgl und dem gesamten Tiroler Unterland.
Weiterführende Links
Yoga-Vidya — Sonnengruß Surya Namaskar — klassische Anleitung und Hintergrund zur Sequenz.
YogaEasy — Sonnengruß Wirkung — fundierter Überblick über die physiologische und meditative Wirkung.
Universitätsklinik für Neurochirurgie, Tiroler Kliniken Innsbruck — wo meine Operation stattgefunden hat.
Gesundheit.gv.at — Rehabilitation und Bewegung — evidenzbasierte Information zu Bewegung als Teil der Genesung.
SEWA Wellness | Lukas Wiesflecker | Kufstein, Tirol
Ausgebildet in Bangkok (Wat Pho School), Chiang Mai & Nepal — über 2.000 Stunden
Ex-Krankenpfleger | Medizinischer Masseur | Dr. Vodder Akademie Walchsee
Dieser Content ist Bildung, keine medizinische Beratung. Sprich mit deinem Arzt, bevor du nach einer Operation mit körperlicher Aktivität beginnst.





